Transkript:
Warum einige Unternehmer auch heutzutage noch immer buchstäblich Geld verbrennen und warum 2023 vielleicht ein gutes Jahr wäre, damit endgültig aufzuhören, darum geht es in diesem Video. Hi und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Serious SEO. Hier auf Semrush Deutschland. Eine kleine Warnung vorweg, vielleicht bin ich in diesem Video etwas emotionaler als sonst, aber ich habe in den letzten Wochen einfach wieder einige Fälle gesehen, wo ich wirklich nur noch die Hände vor den Kopf schlagen kann. Und es geht ums Thema Ladegeschwindigkeit. 2010 hat Google bestätigt, dass das Thema Ladegeschwindigkeit algorithmisch berücksichtigt wird. 2010, vor 13 Jahren und in den Jahren darauf haben wir in der Industrie sicherlich sehr oft uns zu dem Thema ausgetauscht und ich glaube spätestens ab 2014 auch sicherlich auf Konferenzen. Und 2018 kam dann das Speedupdate, in dem dann die Ladegeschwindigkeit auch bei den mobilen Rankings sozusagen eine Rolle gespielt hat. Diese Infos sollten eigentlich bei jedem Entscheidungsträger angekommen sein, dessen Geschäftsfeld im Bereich Buchungsplattformen, Publishing oder eCommerce liegt. Dass das Thema allgemein für Webseiten auch natürlich B2B, B2C relevant ist, ist ja völlig klar. Aber gerade bei diesen großen dynamischen Infrastrukturen, wo täglich URLs hinzu kommen und gehen, ja und die mit der Zeit auch meistens irgendwie wachsen, ist das Thema Ladegeschwindigkeit auch aufgrund seines Bezugs zum Thema Crawling natürlich besonders wichtig. SEOs wissen, dass je schneller eine Webseite lädt, desto mehr Informationen kann Google in der gleichen Zeit verarbeiten.
Und der Kollege Gary Illyes von Google? Der hat ja in einer Reihe von spannenden Podcasts zuletzt sich auch öfter mal zum Thema Crawling geäußert. Und dass Google eben seine Effizienz hier stärken möchte, verbessern möchte, beispielsweise beim Thema Refresh Calls. Und wenn man sich dann mal anguckt, was so ein Datencenter als Investition kostet und wie viel Liter hier Google am Tag an Wasser braucht, dann reden wir über Milliardensummen über 1,7 Millionen Liter Wasser am Tag. Und das sind also wirklich große Dimensionen. Und wenn man dann noch überlegt, dass Google schon 2016 ungefähr so 130 Billionen Seiten im Index hatte, dann ist einfach auch klar, Sie brauchen nicht mehr wirklich neue Webseiten und die, die da sind, die müssen halt einfach gut sein. Und wenn ich dann 2022, Ende 2022, Anfang 23 eben noch Webseiten sehe mit einer Ladegeschwindigkeit von 5 bis 10 Sekunden, ja manchmal sogar mehr. Und deren Geschäftsmodell es ist über die Webseite was zu verkaufen. Ob es jetzt ein physisches Produkt ist, ob es irgendwie die Buchung von Veranstaltungen ist oder eben auch werbefinanzierte Inhalte einfach nur ja, dann kann man sich manchmal wirklich nur noch fragen, ob das dann deren Ernst ist. Ich bringe jetzt mal nicht dieses Uraltbeispiel von Amazon aus 2010, wo festgestellt worden ist, dass 100 Millisekunden Latenz Amazon 1 % an Sales kostet.
Und auch Google hat ja im Laufe der Jahre durchaus spannende Informationen und Statistiken geliefert, dass beispielsweise bei einer Geschwindigkeit von bis zu fünf Sekunden eben die Wahrscheinlichkeit eines Bounces zurück in die Serps bei circa 90 % liegt. Und auch die Kollegen von der Norm Nielsen Group haben ja immer mal wieder spannende Auswertungen gehabt, die eine klare Sprache gesprochen haben, dass, obwohl beispielsweise Computer schneller geworden sind, Prozessoren schneller geworden sind, die Leute immer noch frustriert sind. Warum? Weil die Webseiten langsam sind.
Und das ist eigentlich auch der Grund, warum es mich so ein bisschen aufregt. Es ist ja nachvollziehbar, dass wenn du jetzt ein Mittelständler bist, im Prozess der Digitalisierung, ja, dass das Thema für dich vielleicht nicht so relevant ist oder vielleicht einfach auch anders gewichtet ist, ja, aber wenn ich dann eben diese Diskussion mitkriege bei großen Infrastrukturen, dass lieber irgendwelche fancy Produktentwicklungen oder Weiterentwicklungen gebaut werden, dass es Diskussionen gibt, ob dieser oder dieser Layer jetzt besser für die User Experience ist oder nicht. Diese Technologie sei ja so toll und stattdessen wird nicht an der Ladegeschwindigkeit gearbeitet, die einen direkten Einfluss auf die Conversionrate hat. Ja, dann muss ich mir wie gesagt die Frage stellen, ob einige Entscheidungsträger da draußen nicht klar ist, wie viel Geld sie da eigentlich gerade verbrennen.
Wenn euer Kerninstrument eure Webseite ist und ihr generiert damit Umsatz und eure Webseite oder eurer Funnel ist langsam und ihr tut nichts dagegen, dann braucht ihr euch über sinkende Umsätze nicht wundern. Und 2023 wird glaube ich für einige ein nicht so ganz einfaches Jahr. Und es ist auch absolut ein SEO Thema bzw. ein Thema wo SEO und Produkt so miteinander verschmolzen sind, dass man sie eigentlich gar nicht mehr trennen kann. Und deswegen müssen da beide auch in die gleiche Richtung gehen. Die letzte Zero Click Studie von Semrush hat gezeigt, dass 45 % der Desktop User sich in fünf Sekunden entscheiden, auf welches Ergebnis sie klicken. Und Mobile liegt der Anteil immerhin noch bei 33 %. Aber was glaubt ihr denn, wie schnell diese User weg sind, wenn sie beispielsweise mit dem Smartphone eure Webseite aufrufen und da 5 bis 8 Sekunden warten sollen?
Es gibt ohne Frage in dem ganzen Bereich Side Speed komplexe Situationen, die Notwendigkeit der Integration von Third Party Themen und und und. Ja, aber es beginnt ja meistens schon irgendwie mit einer mit einer kleinen Code Review. Ja, wie viele CSS? Javascript hast du? Was eigentlich wirklich nicht brauchst, ist ein Critical Rendering Path optimiert. Du brauchst keine stylischen Fonts, du bist nicht die New York Times und auch Lazy Loading Default brauchst du nicht. Ja, es gibt aus meiner Sicht ein sehr, sehr schönen und gelungenen Artikel von den Kollegen vom Chrome Web Developer Team, den ich neulich mal geteilt habe. Den packe ich auch noch rein, der sehr, sehr einfach erklärt, was man tun könnte und wie man dieses Thema angehen könnte. Und den kann ich einfach jedem Entscheidungsträger und jedem Entwickler nur empfehlen diesen Artikel. So, also Long story short, ich kann nur jedem Entscheidungsträger raten, sich mit dem Thema Performance sozusagen auseinander zu setzen, sich da ein Dashboard rein zu holen. Wenn euer euer Geschäft einfach stark online abhängig ist und jede Entwicklung die live geht, jedes Feature was auch immer, das muss halt ein Speedtest bestehen. So. Du kannst dir 2023 nicht erlauben langsamer zu werden, nur weil du irgendwie was fancyges einbaust. Ja, ansonsten lauft ihr da einfach blind rum und verbrennt Geld. Sukzessive Umsatz. Ja, ja, das war’s von mir. Ich hoffe es hat euch gefallen. Vielleicht könnte ich ja den einen oder anderen für das Thema noch sensibilisieren. Wenn es euch gefallen hat, dann hinterlasst uns gerne einen Daumen hoch hier. Abonniert den Kanal, aktiviert die Glocke. Wenn ihr Fragen habt oder Kommentare, dann bitte unten ins Kästchen rein. Und ansonsten freue ich mich, euch auch bei der nächsten Folge von Serious SEO zu begrüßen, hier auf Semrush Deutschland. Macht’s gut.