Transkript:
Eigentlich sollte es jeder, der im Ski unterwegs ist, verstanden haben, wie wichtig es heutzutage ist, den Intent, das heißt die Suchabsicht hinter einem Keyword zu verstehen und dann ein entsprechendes Cluster daraus aufzuarbeiten. Während das für einige Begriffe wirklich recht einfach ist, ist das für andere wiederum echt schwer. Und bei einigen Suchbegriffen muss man dann vielleicht sogar wirklich hinterfragen, ob sie Sinn haben. Und hier gehe ich mal auf zwei Beispiele ein. Es gibt im Search beispielsweise das Prinzip QDD, das heißt Query Deserves Diversity, das immer dann zum Tragen kommt, wenn Google nicht ganz versteht, welche Suchabsicht gemeint ist. Beispiele hierfür könnten die Begriffe Golf, Grillen oder Löwe sein. Zwar kommt es vor, dass Google in einem solchen Begriff dann einen HauptIntent sieht und sozusagen einen impliziten Intent zugrunde liegt und es dennoch sehr zu unterschiedlich, also auch thematisch unterschiedlichen Suchanfragen oder Suchergebnissen bei diesen Keywords kommen kann. Und je nachdem, in welchem Umfeld man sich dann bewegt, kann man natürlich auch eine ganz andere Erwartungshaltung an so eine Suchanfrage haben und ist dann überrascht, wenn die Ergebnisse sich komplett anders darstellen als das, was man selber denkt.
Ein anderer Umstand, der gerne schnell in die Irre führt, ist dann natürlich das ganze Thema Fachsprache und Abkürzungen. Nehmen wir einfach mal das Beispiel MPS, das für viele für Managed Print Services steht. Daran besteht ja eigentlich kein Zweifel. Aber schauen wir uns mal die Serps an, dann sehen die wie folgt aus. Ach Mensch, da steht ja auf einmal was von Mittelalterfestspielen. Hm, also das hat wohl wirklich nichts mehr mit dieser koordinierten und optimalen Dokumentenverarbeitung im Druckerbereich zu tun. Und auch der Begriff Online bei einer Suchanfrage kann echt täuschen. Im Gegensatz zu vielen Keywords. Wo online nämlich für eine interessante Facette steht, bringt es bei dem Keyword Faxen online eine ganz andere Bedeutung mit sich. Für viele E-Commercler wäre sowas ja überhaupt nicht interessant, es sei denn, sie hätten wirklich einen eigenen Online Dienst. Also auch da muss man einfach ein bisschen ins Detail gucken. Und das sind nur zwei Beispiele von vielen, die zeigen, wie die Erwartungshaltung und die Suchergebnisse sich deutlich voneinander unterscheiden können. Darum ist es wirklich wichtig zu verstehen, welche Suchabsicht im SEO hinter einem Keyword liegt.
Ein weiteres spannendes Thema ist, wenn sich Suchabsichten über die Zeit verändern. Denn auch das kann durchaus passieren. Ich zum Beispiel, ich erinnere mich an meine Zeit bei einem Tarifvergleicher, wo der Begriff Stromanbieter Berlin erst mit generischen URLs zu dem Thema beantwortet worden sind und dann auf einmal nach einem Update auf einmal lokale Ergebnisse ranken, was bei dem Thema eigentlich nicht viel Sinn hat, weil der Stromanbieter muss ja nicht lokal sein, aber das hat die Serps komplett durcheinander gehauen. Da waren auf einmal ganz andere Ergebnisse dabei. Oder wir nehmen mal so einen Begriff wie Hokkaidö bzw. Hokkaido Kürbis. Das Hokkaidö eine Insel ist, ist ja mal das eine, aber in Hokkaido Kürbis kann man entweder pflanzen und dann ist man im Bereich Garten oder man kann ihn natürlich auch zubereiten. Dann ist man eher im Bereich unter Ernährung. Zwei völlig verschiedene Themen, die aber dazu führen können, dass die Serps sich komplett anders verhalten und vor allen Dingen auch saisonal anders verhalten. Beispielsweise im Frühling oder im Herbst. Und auch wenn Keywords natürlich einen eigenen Intent haben und die meisten sollten einen festen haben, kann es bei Updates, bei CO-Updates in Verbindung mit Google Maps wirklich dazu kommen, dass sich Intents auch ändern, und deswegen sollte man spätestens auch immer nach einem CO-Update ein bisschen ein Auge darauf haben, ob sich der Markt verändert hat, in dem man sich befindet, sprich ob da auch andere URLs auf einmal ranken. Ob da andere Domains reingekommen sind, die wirklich das Konstrukt des Marktes, in dem du dich befindest, verändert haben, dann spricht einiges dafür, dass ich vielleicht auch an den Intents bei den Keywords etwas verändert hat.
Nehmen wir jetzt einfach mal an, ihr sitzt an einer Keywordanalyse und ihr möchtet den Intent von Suchbegriffen besser verstehen. Dann habt ihr ja heutzutage schon mal den Vorteil, dass die Tools euch hier eine erste Einschätzung geben können. Semrush beispielsweise bietet hier eine Intent Einschätzung an, die als erster Indikator wirklich hilfreich sein kann. Anhand von solchen globalen Übersichten kann man dann schon einmal ein bisschen besser verstehen, wie so eine Domain beispielsweise oder so ein Thema grob aufgeteilt ist. Ist es eher informational, ist es eher transaktional, das kann man dann daran schon sehr gut erkennen. Semrush unterscheidet hier im Übrigen zwischen transaktional im Sinne einer Handlung und kommerziell, also wenn es eher darum geht, beispielsweise eine Leistung oder ein Produkt zu finden. Anhand der Einteilung der einzelnen Keywords kann man dann auch wiederum sehr gut prüfen, welchen Handlungsintent es für diesen Keyword vermutlich gibt und ob dieser den eigenen Vorstellungen eigentlich entspricht.
Natürlich kann es auch hier wiederum sein, dass man einzelne Themen noch mal mehr beleuchten muss, dass man dann aber auch beispielsweise sehen kann, hey, gibt es für diesen Intent auch Subfeatures? Gibt es beispielsweise Bilder oder Videos? Kann ich in dem Bereich was machen? So kann man dann den Intent eines solchen Keywords vielleicht noch besser verstehen.
Und dann solltet ihr euch natürlich auch angucken, wie sich die URLs auf diesen unterschiedlichen Keywords verhalten. Also das Clustering endet ja im Prinzip am Ende damit zu gucken, welche Keywords können wir mit welchen URLs abbilden, welche Keywords müssen wir auf welchen URLs zusammenfassen? Und da solltet ihr definitiv für die wichtigsten Keywords würde ich sagen auch immer noch einmal am Ende in die Serps wirklich schauen, um so wirklich ein greifbares Gefühl dafür zu kriegen, wie sich die Suchergebnisse da verhalten. Und dann habt ihr im Prinzip glaube ich, ein ganz, ganz rundes Paket, wenn es darum geht, die Suchabsichten hinter einem Keyword wirklich zu verstehen, um dann natürlich auch ein gutes Ergebnis darauf zu geben. So, das war es für diese Folge. Und wenn es euch gefallen hat, dann vergesst bitte nicht, uns einen Daumen hoch da zu lassen. Abonniert den Kanal und aktiviert die Glocke. Und wenn ihr Fragen zu dem Thema habt, dann gerne ab unten in die Kommentare. Ich antworte bestimmt und ansonsten sehen wir uns auch beim nächsten Mal, wenn es wieder heißt Serious SEO hier aus Deutschland macht’s gut.