Transkript:
Hi und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Frag Andor. Ich bin der SEO Consultant für Shops, Publisher, Marktplätze, B2B Unternehmen und in dieser Reihe gehe ich immer kurz auf eine Frage ein, die mir im Rahmen meiner Beratungstätigkeit typischerweise gestellt wird. Und die heutige Frage dreht sich um das Thema Repositionierung und kann ein die Repositionierung eines Unternehmens meinen SEO Erfolg gefährden? Um den Punkt vielleicht etwas klarer herauszuarbeiten, möchte ich eingangs kurz den zugrundeliegenden Gedanken formulieren. Wir setzen als Arbeitshypothese fest, dass wir ein Unternehmen haben, das schon lange am Markt ist und das in diesem Markt auch schon einen starken Marktanteil hat. Das kann jetzt sowohl ein Publisher sein als auch eben ein Shop sein. Ich glaube, das ist für beide gleich bedeutend. Der Markt, von dem wir ausgehen, ist sehr facettenreich und je nachdem, wie viele Facetten eben bedient werden. Ist man eher der Generalist in dem Markt oder eher der Spezialist. Der klare Vorteil eines Generalisten ist, dass er viel mehr Themen abbilden kann und damit ein größeres URL-Inventar hat. Das Ergebnis ist dann auch eben oftmals ein größeres Reichweitenpotenzial im SEO, weil SEO ja eben ein Nachfragebediener Kanal ist. Der Spezialist hingegen, der geht ja oftmals sehr viel früher in die Tiefe eines Themas rein als der Generalist und baut sich somit ein sehr, sehr starkes und solides Fundament in einer oder mehreren Facetten.
Und das führt natürlich dazu, dass je nach thematischem Umfang der Facetten der Spezialist oftmals einfach auch weniger URLs hat und auch braucht als der Generalist. Facetten können allerdings natürlich auch sehr, sehr umfangreich sein und trotzdem hat in der Regel der Generalist unterm Strich einfach das größere Reichweiten Potenzial. Für jeden, für den SEO als Marketingkanal wertvoll ist, muss klar sein, dass der Generalist natürlich eben dann ein Reichweitenvorteil hat gegenüber dem Spezialisten. Und dass, wenn man beide, obwohl sie im gleichen Markt agieren, eben nur partiell miteinander vergleichen kann. Aus SEO Sicht ist es dann enorm wichtig, jedem Entscheidungsträger verständlich zu machen, dass man bei einer Strategie der Spezialisierung den Wettbewerb passend segmentieren muss. Wenn die Domain beispielsweise dann eben bzw. der Marktanteil miteinander verglichen werden soll, weil man sonst einfach Äpfel mit Birnen vergleicht. Aber kommen wir nun noch einmal zur Ausgangsfrage der Repositionierung zurück. Nehmen wir mal an, wir haben eine Domain, die bisher eher generalistisch war und die nun bestimmte Themen oder Facetten inhaltlich nicht mehr bedienen möchte und andere Facetten, die bislang zwar auch bedient wurden, aber vielleicht eher nur oberflächlich bedient wurden, vertiefen möchte. In einem solchen Fall muss von Beginn an meiner Meinung nach folgendes klar sein. Der erste Punkt ist, durch die Entfernung von Inhalten, die zukünftig auch nicht mehr in der Tiefe behandelt werden können, wird die Domain zwangsläufig den Traffic verlieren und auch den daran gekoppelten Umsatz verlieren, den sie mit diesen Themen gemacht hat. Sie wird auch, auch wenn nur theoretisch, das Trafficpotential verlieren, durch die Themen, die sie in den Facetten nicht mehr bedienen kann, weil sie vielleicht noch gar nicht fertig war mit der Facette. Und das sollte meiner Meinung nach im besten Fall transparent und mit allen zur Verfügung stehenden Daten intern kommuniziert werden, weil es sich maßgeblich auf die aktuelle und auch zukünftige Umsatzplanung auswirken kann.
Der zweite Punkt, den ich anführen möchte, ist, dass der Traffic, der entfällt, ja nicht so schnell ersetzt werden kann, da oftmals die dafür notwendigen Inhalte auch gar nicht so schnell erstellt werden können und dann auch Rankings generieren können. Und zusätzlich kann durch eine solche Repositionierung das zukünftige Trafficpotenzial natürlich in Summe auch geringer sein als das, aus dem man sich zurückzieht. Und der dritte Punkt ist das sogar, dass es sogar sein kann, dass je nachdem wie inhaltlich tief die Domain in den übrigen Facetten ist, man für diese erst auch einmal eine Autorität aufbauen muss und seine Inhalte verstärken muss. Und das kann wiederum zu einem vorübergehenden Einbruch in den Umsatz führen, weil man erstmal wieder investieren muss, bis man auch in diesen anderen oder neuen Facetten eine eine Autorität ist. Auch das muss klar sein und kommuniziert werden.
Und allein diese drei Punkte sollen aufzeigen, dass die Entscheidung zur thematischen Repositionierung eines Unternehmens respektive einer Domain, denn darum geht es ja uns eigentlich es eben bedeutet, dass in einzelnen Facetten es deutlich Auswirkungen auf den Traffic und den damit gekoppelten Umsatz haben kann, wenn man nicht aufpasst, was man dann tut. Und natürlich ist das auch maßgeblich davon abhängig, wie der Traffic entsprechend monetarisiert wird. Und wie eingangs schon erwähnt, ist das glaube ich ein Szenario, was sowohl für Publisher als auch für Shops oder Marktplätze relevant ist. Und da unterscheidet sich das ja durchaus auch ein bisschen. Also die Repositionierung eines Unternehmens oder auch nur die Änderung der Unternehmensstrategie können im SEO weitreichende Folgen haben, über die es dann intern eben offen und transparent zu sprechen gilt, damit jedem wirklich die Auswirkungen auch auf den aktuellen und zukünftigen Umsatz klar sind. Und das ist natürlich wichtig oder wichtiger, je mehr Marktanteile SEO hat. So, das war’s von mir für diese Folge. Ich hoffe es hat euch gefallen. Wenn ja, dann hinterlasst mir gerne einen Daumen hoch hier. Da freue ich mich drüber. Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, dann gerne unten rein in die Kommentare. Abonniert gerne meinen Kanal, damit ihr auch die nächste Episode nicht verpasst. Macht’s gut. Und bis dann.